Lehrreich und einzigartig – das ist Gemeinsam mit Behinderten

Christopher BihnNachdem ich die Georg-Kerschensteiner-Schule 2013 mit dem schulischen Teil der Fachhochschulreife verlassen hatte, war der nächste Schritt für mich, ein Jahr lang ein FSJ zu machen. Das FSJ diente mir zum einen, um meine Fachhochschulreife zu vervollständigen, da ich ein Jahr praktische Erfahrung benötigte. Das allerdings war eher nebensächlich. Primär wollte ich das FSJ natürlich machen, um einen Einblick in den sozialen Bereich zu bekommen.

Da ich von vielen meiner Freunde das FSJ ans Herz gelegt bekommen habe und mir gerade der Verein „Gemeinsam mit Behinderten“ wärmstens empfohlen wurde, ging meine erste und auch einzige Bewerbung für ein FSJ an den GmB. Dieser leichtsinnige Optimismus hat sich nach ein paar Telefonaten und einem etwas hartnäckig bleiben meinerseits bezahlt gemacht. Erst musste ich mich noch zusätzlich bei meinem Dachverband dem BDKJ in Mainz vorstellen, über den das FSJ läuft. Nun stand meinem FSJ bei „Gemeinsam mit Behinderten“ nichts mehr im Weg.

Die ersten Monate waren etwas holprig, da wir 4 FSJler uns erstmal zurechtfinden mussten. Von anfangs unangenehmen Einzelbetreuungen über nervenaufreibende Spielgruppen hin zu Aufgaben seitens der Pfarrei, waren meine ersten Eindrücke sehr gemischt, aber so langsam kam man in den Rhythmus und ich gewöhnte mich auch an die Rolle des Hahnes im Korb. Hatte man sich schon mal in der Einsatzstelle eingelebt, hieß es den BDKJ richtig kennenzulernen. Der BDKJ schickt sämtliche FSJler fünfmal im Jahr auf eine sogenannte Bildungswoche, in der man viel über das FSJ an sich, den sozialen Bereich und sich selbst erfährt. Für mich waren diese BiWos eher wie Klassenfahrten, da wir zum einen eine echt super Truppe waren, die sich auf Anhieb schnell verstand und zum anderen eine tolle Kursleitung hatten. Dieses Jahr hat mir so unglaublich viel gegeben, dass ich das nicht alles hier in Worte fassen kann. Die ganzen Menschen mit denen ich über das Jahr gearbeitet hab und die ich kennengelernt habe, sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich kann also nur jedem empfehlen, der sich für diesen Bereich interessiert, ein FSJ zu machen.

Mir wurde oft gesagt, dass ein solches FSJ doch nur eine Überbrückung sei und dass man sein Leben um ein  Jahr herauszögert. Dazu kann ich nur sagen, dass das ganz großer Quatsch ist! Ein FSJ zu machen war eine der besten Entscheidungen, die ich getroffen habe und darüber hinaus war es mit eine der schönsten Zeiten, die ich hatte, weshalb ich mein FSJ um ein halbes Jahr verlängerte. Ich habe in diesen anderthalb Jahren unvorstellbar viel gelernt in Bezug auf Selbstständigkeit, Selbstlosigkeit wie auch Dankbarkeit ... und sogar, wie man pünktlich sein kann. Die Erfahrungen, die ich hier mit den behinderten wie auch nicht behinderten Menschen machen durfte, sind einzigartig und genau diese würde ich auch nicht mehr missen wollen. Ich bin nun an dem Punkt, dass ich sage, diese Zeit beim GmB hat mich dazu gebracht, weiterhin im sozialen Bereich tätig sein zu wollen. Daher heißt der nächste Schritt für mich, ein Studium der „Sozialen Arbeit“.

... und damit sage ich „Danke GmB!“

Christopher Bihn

 

 

Amüsant und abwechslungsreich – das war Gemeinsam mit Behinderten

Theresa WagnerAngefangen  hat  die  Vorbereitung  auf  den  365-Tage-Lauf  mit  dem  Kampf  um  die  beste  Startposition. Von den sechs Bewerbern hat der Vorstand dann die drei BESTEN Läufer herausgesucht und an den Start geschickt. Jedoch mussten wir uns noch einer  kleinen Sicherheitsvorkehrung stellen, dem Fahrtraining mit dem Sprinter!!! Doch auch diese Herausforderung haben wir gemeistert. Für mich war spätestens ab diesem Tag  klar, dass das FSJ sehr amüsant  wird. Denn es ist sehr förderlich, wenn man sich nicht gegenseitig die Spur nimmt. Endlich der Startschuss in ein spannendes Jahr.
Nach vierwöchigem Walken mit der „alten“ FSJ`lerin Daniela wurden wir dann zum ersten Sprint angetrieben. Erstes Ziel war der 24-Stunden-Lauf im September. Vier Tage mit viel Arbeit aber auch sehr viel Spaß. Von Toilettenpapierproblemen über heikle Rückwärtsfahraktionen mit dem Sprinter durch die Masse bis zu Verständigungsproblemen durch die Walki Talkis war alles dabei.
Ohne Pause ging es weiter zur ersten Biwo. Danach gestaltete sich der Lauf sehr locker, natürlich blieben die anstrengenden Phasen nicht aus, dennoch verbachten wir die Zeit mit den Mitglieder möglichst abwechslungsreich und spannend.
Weitere Höhepunkte waren unsere Halloween Party, der Auzug ins Cocotal Seligenstadt, die Tanzgruppe GmB, die Weihnachtsfeier und die Faschingsfete, natürlich ist das nur ein Bruchteil von tollen Erlebnissen, die wir miteinander teilen durfen. Doch dieser 365-Tage-Lauf wäre nicht so schön geworden, wenn nicht alle im gleichen Team laufen würden. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei dem tollen Vorstand, unsrer Sekretärin Frau Gerwe und besonders bei Marvin, Christopher und Lina bedanken, ohne euch wäre das Jahr nur halb so amüsant, spannend und manchmal auch nervenaufreiben aber trotzdem schön geworden. Immer wieder aufs Neue hat mich der unglaubliche Lebensmut der behinderten Menschen begeistert und motiviert, denn so ein Lächeln ist einfach ansteckend. Ohne groß zu meckern genießen und schätzen sie die kleinen Dinge. Von dieser lebensbejahenden Einstellung können wir uns noch eine große Scheibe abschneiden. Desweiteren hat mich das Zitat von  Dr. Richard von Weizsäcker „Nicht behindert zu sein ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das uns jederzeit genommen werden kann.“, sehr nachdenklich werden lassen und wurde zu meinem Lebensmotto. Dieses ereignisreiche Jahr, welches mein Leben sehr bereichert hat, werde ich in guter Erinnerung behalten.
Nun geht ́s ab zum Endspurt und danach auf in ein neues Abenteuer.
Ich wünsche allen Mitgliedern von „Gemeinsam mit Behinderten e.V.“ nur das Beste und hoffe, dass der Verein weiterhin tatkräftig unterstützt wird und lange bestehen bleibt.

Theresa Wagner

 

 

Herausfordernd, verrückt und wahnsinnig – das war Gemeinsam mit Behinderten!

Lina Tamara KoppertMein FSJ bei „Gemeinsam mit Behinderten e.V.“ begann am 1. August 2014 in den Sommerferien.
Das Fahrsicherheitstraining mit dem Sprinter war die erste große Herausforderung, die es zu bewältigen gab. Dies stellte sich sowohl als schwierige wie auch lustige Aufgabe heraus.
Bereits hier zeigte sich, bei Gemeinsam mit Behinderten gilt das Motto: Geht nicht, gibt ́s nicht! Irgendwie kriegst du das schon hin. Und mit den richtigen Arbeitskollegen erst Recht. Dazu gehört allerdings eine gesunde Portion Verrücktheit und vielleicht auch  ein bisschen Wahnsinn.

Nachdem im August eher Schonzeit galt, war  diese dann mit  dem „24-Stunden-Lauf“ im September vorbei. Doch trotz der vielen Aufgaben, die in kurzer Zeit zu erledigen waren, war der Lauf eines der schönsten Erlebnisse während des ganzen Jahres.

Nach diesen turbulenten Tagen war dann die nächste Herausforderung, erst mal das Büro wieder zugänglich zu machen, da sich die Sachen vom Lauf gefühlt bis zur Decke stapelten.
Doch schließlich wurde das Chaos bezwungen und es konnte mit dem normalen Alltag und den Spielgruppen weiter gehen.
Am Anfang des FSJs war der Umgang mit den Mitgliedern des Vereins und den Spielgruppen-Kindern noch etwas befangen, doch bereits nach wenigen Wochen war auch das kein Problem mehr.
Die Spielgruppen und andere Freizeitaktivitäten, wie Schwimmen und Disco oder Kino Besuche machten zunehmend mehr Spaß und zauberten Jung und Alt ein Lächeln ins Gesicht.
Aber auch viele andere Veranstaltungen boten Gelegenheit zu erleben, welche unglaubliche Lebensfreude Menschen mit Behinderung ausstrahlen. Besonders die Kinder freuten sich bereits über viele kleine Dinge, die für einen selbst beinahe schon selbstverständlich zu sein schienen.

Alles in allem hat das FSJ bei Gemeinsam mit Behinderten meinen Horizont um einiges erweitert und auch meine Einstellung zum Leben sehr verändert. Besonders der Satz: „Nicht Behindert zu sein ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk!“ hat mich sehr beeindruckt. Während dieser zwölf Monate beim Verein ist mir immer wieder bewusst geworden, wie schnell wir uns doch über recht kleine Probleme beschweren und unsere Gesundheit als selbstverständlich betrachten. Ich werde diese schöne Zeit und die tollen und vor allem wertvollen Erfahrungen niemals vergessen und hoffe, dass der Verein noch ganz lang besteht und von möglichst vielen Menschen unterstützt wird.

Lina Tamara Koppert

 

 

Turbulent und spaßig – das war Gemeinsam mit Behinderten

Marvin MüllerDer Anfang meines Freiwilligen Sozialen Jahres hier ging sofort turbulent los, da der 24-Stunden-Lauf vor der Tür stand. Die ersten zwei Wochen habe ich somit fast ausschließlich mit der Vorbereitung für den Lauf meine Zeit verbracht. Nach dem Wochenende, an dem der Lauf stattfand, ging es für mich erst einmal auf Bildungswoche.

Nach der Bildungswoche gewöhnte ich mich langsam an der normalen Arbeitsalltag beim GmB. Ich lernte die Kinder in den Spielgruppen mit jeder Woche besser kennen und wusste nach ein paar Wochen auch, wie ich mit ihnen umzugehen habe. Besonders die Spielgruppen und die Auszüge haben mir viel Spaß bereitet.

Das Jahr hat mir sehr gut gefallen. Ich habe viel dazu gelernt und kann sagen, dass ich für mich aus diesem Jahr sehr viel mitnehmen kann. Man darf es nicht als selbstverständlich sehen, dass es einem gut geht und man uneingeschränkt alles tun kann. Ich wünsche dem Verein noch ein langes Bestehen und hoffe, dass er noch von vielen Leuten unterstützt wird.

Marvin Müller

 


Mein freiwilliges soziales Jahr

Ein Jahr lang etwas soziales leisten, für andere Menschen da sein und Erfahrungen  in einem anderen Bereich außer Schule sammeln - diese Erwartungen haben mich dazu bewegt, ein freiwilliges soziales Jahr bei Gemeinsam mit Behinderten e.V.  zu absolvieren.

Von Beginn an wurde mir sehr viel zugetraut und eine Menge Verantwortung übertragen. Zu meinen Aufgaben beim GmB gehört die Betreuung von behinderten Kindern im Alter von vier bis siebzehn Jahren und von erwachsenen behinderten Menschen. Jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag finden Spielgruppen mit den Kindern statt, entweder in unserem GmB-Spielraum oder in der Friedrich von Bodelschwingh Schule in Weiskirchen. Die Spielgruppen bereiten sowohl den Kindern als auch uns Betreuern sehr viel Spaß. Malen, Puzzeln, Kneten, Toben, Waffeln backen oder einfach mal gemeinsam zu einem Spielplatz fahren - den Kindern wird fast jeder Wunsch erfüllt. Natürlich gibt es im Gegenzug zu den spaßigen Zeiten auch einmal Situationen, in denen viel Geduld erfordert und Ruhe abverlangt wird. Solche Situationen lassen sich jedoch mit oben genannter Vorgehensweise schnell lösen. Neben der Betreuung der Kinder gehe ich zweimal in der Woche noch zur Einzelbetreuung zu einer jungen, behinderten Frau. Wir spielen dann zusammen Mensch ärgere dich nicht, Memory oder gehen bei schönem Wetter auch mal raus spazieren und ein Eis essen. Bei einer solch individuellen Betreuung baut sich schon fast ein freundschaftliches Verhältnis zu dem zu betreuenden Menschen auf.

Ein ganz besonderes Highlight meines FSJ' s  war die Behindertenfreizeit in Lambach im April 2009, bei der sich jeder Betreuer acht Tage lang ganz besonders auf jeweils einen behinderten Menschen konzentriert hat.  Dabei hatte man einerseits zwar eine ganze Menge Verantwortung zu tragen, andererseits aber auch wahnsinnig viel Spaß zu erleben. So waren wir zum Beispiel im Wildpark, Freizeitpark oder haben tolle Spiele gespielt. Neben meiner Arbeit mit den Menschen, helfe ich auch so gut ich kann im Büro des GmB' s mit, beantworte E-Mails oder führe Telefonate.

Nun neigt sich mein FSJ schon dem Ende zu und ich kann rückblickend nur feststellen, dass mir dieses Jahr ein Stück wertvolle Lebenszeit geschenkt hat, in der ich unglaublich viele, größtenteils nur gute Erfahrungen sammeln konnte und mir vor allem sehr deutlich bewusst wurde, dass Menschen, egal welche Art Behinderung sie haben, genauso Denken und Fühlen wie jeder andere auch...

Julia Koppert

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